Radschnellweg OWL – Warum und für wen?

Gestern erreichte mich bzw. unseren Ortsverband/Fraktion ein Leserbrief mit Kommentar zur Berichterstattung der Neuen-Westfälischen über den Radschnellweg zwischen Minden und Herford zur Kenntnisnahme verbunden mit der ausdrücklichen Bitte um Stellungnahme der angeschriebenen Fraktionen. Soweit ich es sehen kann, sind allerdings nur die Fraktionen des sog. „5er-Bündnis“ angeschrieben worden, sowie ein MdB der CDU und ein fraktionsloses Mitglied der FDP. Ich hatte keine große Lust darauf zu antworten, da inhaltlich nicht der Eindruck erweckt wurde, dass ein ernsthafter Diskurs gesucht wird. Im Gegenteil wenn mir „Bescheuertheit“ bzw. „bescheuertes Denken“ und „Schwachsinnslösung“ als „sachlich fundiert“ präsentiert werden, ich gleichzeitig auch den folgenden Mailverkehr zwischen Ratskollegen und dem Kommentator lese, dann zweifle ich an der Intention.
Wie dem auch sei, der Leserbrief ist heute von der NW abgedruckt worden und in der uns übersandten Version wird ausdrücklich um die öffentliche Beantwortung gebeten.
Leserbrief an die NW zur Samstagsausgabe, 5.12.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Neugierde und noch mehr Erstaunen habe ich den Bericht über die Absichten eines Radschnellwegs zwischen Herford und Minden am Samstag in der NW gelesen. Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie wurden vorgestellt. Ich freue mich außerordentlich über die feine journalistische Leistung von Frau Bliesener, den Schwachsinn dieses Vorhabens fein in jeden Satz der Berichterstattung hineinzuweben, außerdem über die Bildsprache ohne dass der Bericht kommentatorisch wurde. Eine lokaljournalistische Meisterleistung. So interpretiere ich das jedenfalls. Andere können anderer Meinung sein.
Ich sehe das inhaltlich genauso, allerdings bin ich was die lokaljournalistische Meisterleistung angeht, anderer Meinung. Tatsächlich hatte ich auch in der Vergangenheit den Eindruck, die Redakteurin steht dem Radschnellweg eher negativ gegenüber. Das spiegelt sich dann naturgemäß in der Berichterstattung wieder.
Ich bitte den Rat (Politik), die Planer in der Verwaltung und vor allen Dingen den neuen Bürgermeister, der jetzt seinem Bündnis (nicht immer) folgen muss, die ihn unterstützten, folgende Fragen bei diesem Thema sachlich mitzubeachten und öffentlich sachlich fundiert zu beantworten:
Beim „sachlich fundiert“ wird es schwierig, da ich ja ganz offensichtlich einer dieser bescheuerten Grünen und Freaks bin. Wie kann dann von mir eine sachlich fundierte Antwort erwartet werden? Gleichzeitig bin ich überrascht, denn als Journalist hätte man mit etwas Recherche – so man sich für die Antworten interessiert – schon einiges finden können. Gleichzeitig kann ich nur empfehlen, den 28.01.2016 im Kalender zu notieren. Dann wird (voraussichtlich zwischen 17:00 und 18:30 Uhr) die Machbarkeitsstudie noch einmal in der Wandelhalle im Kurpark der Öffentlichkeit präsentiert. Die letzte Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung, in welcher die Studie ebenfalls präsentiert wurde, war übrigens auch öffentlich und jeder interessierte Bürger ist dazu jedesmal herzlich eingeladen! Zum Radschnellweg an sich habe ich hier im Blog schon desöfteren was geschrieben.
– Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Es wird kaum Autofahrer geben, die dann aufs Fahrrad umsteigen. Es ist einfach nur Klientelpolitik für einige Freaks, die tatsächlich bereit sind bei Wind und Wetter Kilometer mit dem Fahrrad zu reißen statt mit dem Auto. Das tun die heute schon. Wen wollen Sie jetzt noch mit 20 Mio. aufs Fahrrad schwingen? Vielleicht werden’s 3 sein… oder 10
Drei oder zehn? In ganz Minden, Porta-Westfalica, Bad Oeynhausen, Löhne und Herford? Die Gesamtkosten beziehen sich auf den gesamten Streckenverlauf, also muss auch der Gesamtnutzen gesehen werden. Alleine in Bad Oeynhausen gibt es bereits deutlich mehr Pendler. Das sieht man ja sehr schön daran, dass die Fahrräder sehr zum Leidwesen einiger Lokalpolitiker öffentlich rumstehen und stören. Man kann übrigens auch in Rehme auf den Radschnellweg fahren und damit nur bis zur Innenstadt gelangen, oder bis Gohfeld. Oder nur von Minden nach Porta oder von Herford bis Löhne … und so weiter.
Es gibt etliche Menschen, die tatsächlich deshalb ungern mit dem Rad fahren, weil es bei der bestehenden Infrastruktur subjektiv zu unsicher ist. Ich finde das im Übrigen gar nicht, ärgere mich aber trotzdem regelmäßig darüber, wie die Planer in der Vergangenheit die Infrastruktur so vor die Wand geplant haben. Alles ist darauf optimiert, dass man 90 Kg Mensch mit 1,8 Tonnen Blech und der Verbrennung fossiler Rohstoffe drei Kilometer zur Arbeit befördert. Dabei verbraucht dieser eine Menschen 10 m² Verkehrsfläche, während ich auf meinem Rad mit weniger als einem m² zurecht komme. Das wird übrigens mit einem Elektroauto nicht besser. Ein elektrisch unterstützes Fahrrad könnte allerdings die neue Infratsruktur nutzen – und dessen Verkäufe boomen. Insofern ist die Zielgruppe vorhanden. Kommt Infrastruktr, kommt auch Nutzung.
– Wie soll ein Radschnellweg in ein etabliertes Verkehrsnetz als Schnellstraße implantiert werden? Frage an die Planer. Ich sage: Das geht nicht. Zuviele Krisenpunkte. Ergo: Wird viel zu teuer. Und ist stadtplanerisch auch nicht sinnvoll. Ich appeliere an meine Zunft.
Klar! „Das geht nicht“ ist ein Top-Argument und so fundiert. Aus dem Munde eines Planers eigentlich ein Armutszeugnis, nicht einmal darüber nachzudenken. Und welch eine Ohrfeige für die Kollegen Planer der PGV Hannover, welche die Machbarkeitsstudie erstellt haben. Aber hier soll ich ja gar nicht antworten, denn die Frage geht ja ausdrücklich an die Planer – an welche die Mail aber gar nicht adressiert war.
Aber um es zu beantworten: natürlich geht das. Das Problem des „etablierten Verkehrsnetzes“ ist oben bereits beschrieben. Es ist auf KFZ ausgelegt. Weil die Planer in der Vergangenheit leider nicht weit genug gedacht haben. Die zur Verfügung stehende Fläche wurde den Fußgängern und Radfahrern immer mehr entzogen, bis sie so klein wurde, dass man sie nicht mehr vernünftig nutzen kann. Nun stehen wir vor dem Ursache-Wirkung-Problem. In Innenstädten wird es eng. Andere Länder haben das weit vor uns erkannt und begriffen. Naturgemäß ist man dort auch deutlich weiter. Und natürlich kann man diese Erkenntnisse auch hier anwenden. Für Fahrten unter 2 Kilometern wird in Bad Oeynhausen zu mehr als 70% das Auto benutzt. Ein Unding! Das ist eine Frage der Kommunikation, aber auch der Infrastruktur.
Für Bad Oeynhausen bietet der Radschnellweg die einmalige Chance auf den Rückbau der Mindener Straße. Auf dieser fahren zur Zeit ca. 40.000 KFZ inkl. Schwerlastverkehr. Letzterer besteht aktuellen Zählungen zufolge zu mehr als 95% aus Durchgangsverkehr. Beim MIV liegt es immer noch bei über 80%. Bleiben also nach Fertigstellung der Nordumgehung weniger als 20% von 40.000 KFZ auf der Mindener. Nehmen wir diese 20% wären es konkret 8.000 KFZ – fast ohne Schwerlastverkehr. Sagen wir 10.000! Zum Vergleich: auf der Eidinghausener fuhren bei den Zählungen in 2005 und 2010 jeweils knapp unter 18.000 KFZ täglich. Keine Frage, möchte man diese Zahl wirklich erreichen, muss man die Mindener Straße von der jetzigen Ausprägung befreien und für den Durchgangsverkehr unattraktiv machen. Sie wird also einspurig werden müssen. Idealerweise mit Kreiseln an den Knotenpunkten. Planerisch alles sinnvoll, machbar und bereits vorgestellt. Kann man alles in Frage stellen, ist dann aber nicht fundiert und nicht mit Zahlen belastbar. Der um die Jahrtausendwende prognostizierte Anstieg der Verkehrszahlen auf über 50.000 auf der Mindener Straße ist ausgeblieben, im Gegenteil, es ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Dieser ist in Gänze auch nicht mit Ausweichverkehr auf der Werster Straße zu erklären.
Die Frage „Wie soll ein Radschnellweg in ein etabliertes Verkehrsnetz als Schnellstraße implantiert werden?“ ist also zumindest für Bad Oeynhausen extrem einfach zu beantworten. Der größte Teil ist bereits vorhanden und muss nur genutzt werden. Oh, ja, das stimmt. Dem motorisierten Verkehr wird dann weniger Fläche zur Verfügung stehen. Das ist der Grundgedanke. Dazu gibt es naturgemäß teuere und sehr günstige Lösungen. Eine Umwidmung der jeweils rechten Spur für den Radverkehr mit entsprechender Markierung und Platzierung von kleinen Überfahrpunkten auf der Trennlinie ist schnell und einfach zu realisieren.
– Nehmen wir an, es gibt einen Radschnellweg. Wie verläuft der? Wie sieht dann die neue Strecke für einen bisherigen Radfahrer zur Arbeit aus, die möglicherweise Zickzack lief, und, nun neu: wenn die Rennstrecke a) weder an seiner Wohnung und b) weder an seiner Firma vorbeiführt. Er muss sich eine neue Route suchen. Ist die vorteilhafter? Vielleicht liegt seine Firma im Norden. Die Fahrradautobahn aber im Süden. Muss er Zickzack bescheuert in den Süden fahren, um auf die Autobahn zu gelangen, dann irgendwann abfahren am AK XY und sich dann den neuen Weg bis zur Arbeit suchen, der nicht vorteilhafter ist als der alte ohne diese Radautobahn??
Es gibt keine Fahrradautobahn. Der Verlauf der Strecke wurde mehrfach öffentlich präsentiert. Auch in der Presse. Die Fragestellung mit dem zick-zack-fahrenden Radfahrer ist – ich benutze mal das gleiche Wort wie im Kommentar – bescheuert. Eigentlich muss man darauf nicht antworten. Wir haben hier z.B. eine Autobahn, die bis in die Niederlande führt. Wenn ich in Gohfeld dort auffahre bin ich aber nicht gezwungen, bis Holland durch zu rauschen! Ich kann und darf – wer hätte es gedacht! – auch in Gohfeld die Autobahn verlassen. Und nun das Allerdollste: auf meinem Arbeitsweg benötige ich diese Autobahn nicht! Was eine blödsinnige Entscheidung das Ding zu bauen. Meine Frau braucht es für den Arbeitsweg auch nicht, meine Schwester und meine Tante auch nicht. Wer fährt dort überhaupt? Muss ich jetzt Zick-Zack bis Gohfeld durch Werste fahren, damit ich die Autobahn zurück in die Innenstadt nutzen kann? Welcher bescheuerte Planer hat sich das ausgedacht?
Frage beantwortet?
– Wer benutzt die überhaupt? Die Omi und Opi sowie die Hobbyradfahrer im Siel? Die fahren mit 15 km/h durch die Gegend, schlenken außerdem aus, weil sie unsicherer (Hobby)Radfahrer sind – und dann nicht von einem Freak überholt werden müssen, der 35 km/h mit seinem Liegefahrrad zur Arbeit fährt.
Ist oben schon bei der Zielgruppe beantwortet. Die Zielgruppe ist ja nun das „wer“ aus der Frage. Der Rest ist mir – ich bemühe wieder die Wortwahl des Kommentators – zu bescheuert. Vielleicht eins doch: wenn man ausreichend Infrastruktur hat, dann kann auch der schnelle „Freak“ die langsame „Omi“ überholen. Genau das passiert täglich, stündlich, minütlich im motorisierten Verkehr. Der Unterschied ist nur, dass die „Freaks“ in dem Fall mit dem Leben der anderen spielen.
– Das alles für 20 Mio??? Ist der Rat bescheuert, wenn er eine solche Schwachsinnslösung beschließt? Wie wir alle zudem auch wissen: Dass die Kosten bei öffentlichen Projekten um 50% über der prognostizierten Summe liegen. Also einen Fahrradkilometer für ein paar Freaks zum Preis von realistisch 750.000 Euro bauen?
Wo bleibt der Verstand.
Der Verstand bleibt im Kopf und auch wenn ich nicht mit allen Meinungen im Rat konform gehe, würde ich niemanden als bescheuert bezeichnen. Ein Autokilometer ist übrigens – wie man als Planer ja weiß – ungleich teurer, kostet ungleich mehr in der Unterhaltung und wird ungleich schneller kaputt gefahren.
Dass die NRW-Regierung das bezuschusst ist klar, weil in der Koalition die Grünen sitzen und Teile der SPD genauso bescheuert denken. Man muss aber lokal nicht jede Bescheuertheit mitmachen. Zumal bei klammen Kassen. Und ich bin Weißgott nicht IHK oder schwarz.
Mit freundlichen Grüßen
…
Ebenfalls!
Hallo Herr Koop!
Beim Werrepark gebe ich Ihnen sogar Recht. Allerdings sind die Verkehrsprognosen für die Nordumgehung nicht vom Planungsamt der Stadt Bad Oeynhausen erstellt worden.
Sie kommen darüber hinaus mit immer neuen pauschalen Beispielen, während ich argumentativ beim Thema Straßenverkehr bleibe. Die Beurteilung, wer so gesehen die ideologischen Grabenkämpfe betreibt überlasse ich gerne außenstehenden. Nur so viel noch. Wenn das für den Schnellweg bereitgestellte Geld dafür verwendet würde, dass die bestehenden Verkehrswege endlich in einen halbwegs gesetzeskonformen Zustand gebracht würden, so könnte ich prima auf einen Schnellweg verzichten, da der Schuh an dieser Stelle wesentlich schwerer drückt. Da hier jedoch der politische (ideologische) Wille fehlt, kann man davon ausgehen, dass das nicht passieren wird. Womit ich dann gerne wenigsten die Vorteile des Schnellweges umgesetzt sehe. Dass eine gute Radverkehrsinfrastruktur auch dem PKW-Verkehr nutzen kann sieht man im Übrigen in den Niederlanden. Allerdings ist dieser Staat dem unseren in Sachen Verkehrstechnik eh um zwei bis drei Jahrzehnte voraus. Und zwar auch dann, dann man den Radverkehr völlig ausblendet. Als Beispiel sei nur die elektronische Verkehrslenkung auf Autobahnen genannt. Dort nutzt man diese Anlagen sogar zur Unterstützung von Einsatzfahren der Feuerwehr im Stau. Unsere sind mitunter schon überfordert, dass Tempolimit VOR einer Baustelle und nicht dahinter anzukündigen. Ich habe auch schon reichlich andere Späße damit erlebt und das obwohl ich nur selten auf der Autobahn unterwegs bin. Es gäbe noch andere Beispiele.
Tja. Und meine Mutti hat mir gesagt, dass das Internet nichts vergisst und es nicht klug ist immer gleich mit Tür und Name ins Haus zu fallen. Dass das die Presse natürlich anders sieht liegt in der Natur der Sache. Ich biete aber auch gerne an, dass man sich über das Thema mal persönlich verständigt. Andreas hat meine E-Mailadresse und dementsprechend auch meinen Namen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Ihr Interesse soweit reicht. Sie haben ja Verwandtschaft und einen Stundensatz …
Löhner
Lieber Löhner,
Danke, dass Sie auch mal Recht geben. Wobei ich schon sehr erstaunlich finde, wie sehr sich ein Löhner für die Bad Oeynhausener Verkehrsplanung interessiert. Nur zur Klarstellung: Im Planungsamt Bad Oeynhausen herrschte damals diese Meinung, dass die Achse nicht funktionieren würde. Ihre beiden Anfangssätze sind tückisch, weil sie den Leser durch das Gegenlesen dieser beiden Sätze im engen Zusammenhang verleiten zu schließen, dass die Verkehrsprognosen für den Werrepark vom Planungsamt verfasst wurden. Das aber ist falsch. Ein so großes Projekt wird niemals von einem städtischen Planungsamt verfasst. Mindestens sind die Bezirksregierung (Regionalplanung), (heute) Straßen-NRW (als zuständige Instanz für die Kanalstraße) sowie der Investor involviert, der seine Pläne vorlegen und die Auswirkungen erklären bzw. verkehrsplanerisch zu lösen vorschlagen muss. Die Kanalstraße heißt „B“61 – also Bundesstraße. Wer der Träger ist, ist damit offensichtlich. Sonst wäre die Nordumgehung sicher keine Bundesverkehrswegeplanerische Angelegenheit. Beispiele aus anderen Ländern sind interessant, aber eben auch länderspezifisch. Dänemark beispielsweise wird den Einsatz von fossilen Brennstoffen zur Wärmeerzeugung in Zukunft verbieten. Das hätten Interessierte gerne auch hier. Ich schreibe seit Jahren über Pelletsmärkte auf dem ganzen Globus und wenn ich eins darüber gelernt habe, dann dass jedes Land seine individuellen Rahmenbedingungen hat. Eine Aussage, dass die Niederlande uns in der Verkehrstechnik zwei bis drei Jahrzehnte voraus sind, ist blanker Unfug. „Dass das die Presse natürlich anders sieht liegt in der Natur der Sache.“
Tja, und da Mutti übers Internet bereits Bescheid wusste bevor Sie das wussten und Ihnen Lebensratschläge mit auf den Weg gab nehme ich an, dass Sie nicht sehr alt sind. Es ist eine Unkultur, sich im Internet mit Meinungen zu verewigen ohne dazu namentlich zu stehen. Und ich meine mit bürgerlichem Namen. Es geht nicht darum, dass wir beide uns mal im stillen Kämmerlein zum Meinungsaustausch treffen und Sie Ihre Identität dann preisgeben. Das hier ist ein öffentliches Forum und es dient der Meinungsbildung und andere sollen daran teilhaben. Ich glaube schon, dass man die Kultur der öffentlichen Meinungsäußerung auch virtuell fortführen sollte. Die reale ist: Man erhebt sich, nimmt das Mikro in die Hand und stellt sich erst einmal namentlich dem Publikum vor. Das zu übertragen auf Forendiskussionen fände ich gut. Viel Shitstorm gäbe es dann garnicht. Aber vielleicht bin ich mittlerweile auch oldfashioned. Jedenfalls vertrete ich die These, dass Meinung sich nicht hinter Pseudonymen verstecken sollte. Deshalb finde ich es auch gut, dass Andreas Edler sich als solcher zu erkennen gibt und seine Meinung schreibt. Ob man die teilt, ist eine andere Sache. Aber ok!
P.S. ideologischer Wille: Der könnte nie größer pro Radfahrer sein als in der heutigen Zeit. Landesregierung Rot/grün, der neue Bürgermeister in Bad Oeynhausen wurde von einem alternativen Bündnis ins Amt gehievt.
Dittmar Koop
Kleine Anmerkung:
> Das hier ist ein öffentliches Forum und es
> dient der Meinungsbildung und andere sollen
> daran teilhaben.
Das hier ist kein öffentliches Forum! Es ist meine private Webseite, quasi mein Wohnzimmer. Ich lasse da ziemlich viel zu, weil ich recht geduldig bin und inzwischen auch ein halbwegs dickes Fell habe. Sofern mir aber etwas zu blöd wird, dann lösche ich es einfach. Punkt.
Bei den Realnamen sind wir allerdings einer Meinung. Da ist es für mich als Betreiber meiner Seite aber einfacher, hinter den – für Dritte anonymen – Kommentatoren den Realnamen zu erkennen. Oft jedenfalls. Ansonsten ist meine Hemmschwelle bei tatsächlich anonymen (auch für mich) Kommentatoren extrem niedrig, deren Beiträge zu entsorgen. Insofern ist der Löhner für mich tatsächlich nicht anonym.
Mein Wohnzimmer, meine Regeln.
Moin, moin!
Was soll daran interessant sein, dass man mal 5 Kilometer über den Tellerrand schaut? Zumal bzgl. eines regionalen Projekts und in eine Stadt die mit der eigenen quasi verwachsen ist?
Beim Thema Werrepark bin ich nicht zugegeben nicht 100% fit. Das auf einer stark vom PKW-Stau betroffenen Strecke, die wenig Fuß- und Radfahrerfreundlich ist, eine „Achse“ nicht funktionieren kann ist offensichtlich. Auch sonst ist die Strecke für die meisten zum Springen beim Einkaufen zu weit. Was soll man da also leugnen? Wobei ich mich schon Frage, wo das Problem ist. Sie wollten den Werrepark doch offenkundig trotzdem. Zumindest lieber als in Löhne oder Porta. Wobei zumindest in Löhne innenstadtnah Flächen frei wären.
Der Energiesektor. Wieder ein neuer Schauplatz. Werden sie stattdessen doch mal bei den Niederlanden doch mal konkret. Das vermisse ich schon die ganze Zeit. Natürlich sind die Niederländer nicht pauschal 20 bis 30 Jahre den Deutschen voraus, allerdings es gibt dort viele Verkehrseinrichtungen und Idee, die seit dieser Zeit zum guten Teil erfolgreich umgesetzt werden und von denen in Deutschland Auto-Normalbürger noch nie etwas gehört hat. Der spezifische Unterschied ist vor allem der Wille und daraus folgend auch die mangelhafte Finanzierung der Infrastruktur.
Bzgl. der Anonymität haben wir Tatsächlich andere Vorrausetzungen. Während Sie durch das veröffentlichen Ihrer Erkenntnisse Geld verdienen oder Politiker Wählerstimmen ergattern, bin ich beruflich davon Abhängig niemanden zu verprellen der mit Kritik an seinen Einrichtungen vielleicht nicht so sachlich umgeht. Ich stehe zu meiner Meinung. Teile diese allerdings am liebsten persönlich von Angesicht zu Angesicht mit und nicht breit in aller Öffentlichkeit ohne Kontrolle über die Auswirkungen. Gerade bei Ihrer Abneigung gegen anonyme Schreiber, sollten sie meine Vorsicht anonymen Lesern gegenüber verstehen.
Den ideologischen Willen erkenne ich genauso, wie jenen einer starken Autolobby. Es ist wohl kein Geheimnis, welcher in Deutschland stärker ist. Ich selbst fahre 95% meiner Strecken entfernungsbedingt mit dem PKW. Trotzdem bin ich von den Vorteilen einer besseren Verteilung gerade des Kurzstreckenverkehrs überzeugt. Davon würden auch vielfach auch die Kraftfahrzeugführer profitieren.
Mein Gesprächsangebot steht, da ich aber davon ausgehe das kein besonderes Interesse besteht und bis jetzt auch wenig Konkretes zur Verbesserung allgemeinen Verkehrssituation geschrieben wurde beende ich von meiner Seite aus das Gespräch an dieser Stelle. Konstruktiv geht leider anders.
Gruß Löhner
Lieber Löhner, Sie leben also in Gohfeld. Weil andere Löhner Ortsteile nicht mit Oeynhausen verwachsen sind. Lieber Andreas. Du kannst Deine Regeln aufstellen und das als Dein persönliches Wohnzimmer im öffentlichen Netz begreifen. Hm. Klar, Du bist der Master. Lieber Löhner, Ihren letzten Kommentar habe ich ehrlich nicht verstanden. @Löhner. Ich verdiene über diese Veröffentlichungen auf der Andreas-Edler-Homepage oder über Leserbriefe bei der NW kein Geld. Ist meine Freizeit. Also kommen Sie mir nicht so. Ich habe Ihnen nicht zu erklären, was in den Niederlanden verkehrstechnisch abgeht, wenn Sie die These in den Raum werfen, dass die uns 20 bis 30 Jahre voraus sind.
Wie kommen Sie darauf zu schließen, dass ich den Werrepark wollte? Ich habe lediglich die Planersituation beschrieben und dass das Projekt tatsächlich nach allen Abwägungen und Umständen gut war. Sie argumentieren nicht konstruktiv. Ich fürchte, dass ein ein solches Gespräch mit Ihnen nirgendwo landet. Das brauche ich nicht, dafür ist mir meine Zeit zu knapp und ich bin an Fortschritten und nicht an Debatten interessiert.
Da Andreas das zu seinem persönlichen und unöffentlichen Wohnzimmer erklärt, löse ich mich jetzt von diesem Thread. Gehen Sie Ihrer Arbeit nach und ich meiner. Ich beschäftige mich gerade mit PV-Batteriesystemen. Das ist viel interessanter. Ende und aus.
Diese Seite ist öffentlich und es ist meine. Und sie dürfen im Ratssaal auch gerne Dinge sagen, für die ich Sie aus meinem Wohnzimmer raus schmeißen würde. So ist das nunmal. Das hat nichts mit „Master“ oder irgendwelchen nicht abgegebenen Erklärungen zu tun. Höchstens zeigt es ihre mangelnde Kompetenz in diesen Dingen.
Die haben Sie allerdings auch in Bezug auf ihre planerischen Fähigkeiten bisher geschickt versteckt. Insofern ist die Diskussion mit Ihnen wirklich brotlos. Es kommt nichts Konstruktives von Ihnen, sie haben keine Belege für ihr „Argument“ „das ist bescheuert“ und ihr Benehmen ist auch unterirdisch.
Insofern begrüße ich ihre Entscheidung.
Yes, Sir!! Sie haben natürlich Recht. Und Ihre Meinung kann ich stehen lassen. Hausrecht. Frohe Weihnachten und Ihnen einen Radschnellweg, der nicht kommt. Was machen Sie eigentlich beruflich? Planerkompetenz?